Stimmungslage August 2021

Der Irrsinn hat Methode

Egal, ob Salzburger Festspiele oder Fußballstadion, ob Biergarten oder Straßencafé – die Leute freuen sich, wenn sie wenigstens kleine Stücke ihres gewohnten Lebens wieder zurück haben. Dafür sind sie bereit, die von den Regierenden geforderten Spielregeln mitzuspielen, sitzen mit Gesichtsverhüllung im Konzert, setzen für die drei Schritte bis zum Tisch im Restaurant den bakterienverseuchten Lappen auf Mund und Nase, lassen sich für den Gang ins Stadion sogar zweimal impfen. Um zu überleben musste bisher praktisch jeder den Maskenball zumindest in Lebensmittelgeschäften mitmachen.

Der Unterschied ist allerdings, ob jemand widerwillig und gezwungen mitspielt, weil er eben nicht verhungern will, oder ob er einen Sinn in dem Irrsinn sieht. Und allem Anschein nach glauben immer noch sehr viele – zu viele – Bürger in diesem Lande, dass wir es tatsächlich mit einer gefährlichen Krankheit zu tun haben, gegen die wir uns schützen müssen. Und dass die von den Experten in den Medien empfohlenen „Impfungen“ auch einen Schutz darstellen.

Die Furcht vor Veränderungen

Warum glauben dies so viele, während es auf der anderen Seite jede Menge Hinweise darauf gibt, dass diese „Impfung“ erstens keine Impfung ist, sondern ein medizinischer Eingriff, der zweitens noch nie zuvor ausreichend getestet wurde, drittens keinen Schutz bietet, dafür aber unverhältnismäßige Risiken beinhaltet?

Sie glauben es, weil sie es glauben wollen. Weil sie nicht in der Lage sind, sich kontroverse Sichtweisen anzusehen und dann eigenverantwortlich zu entscheiden, welches Narrativ sie für plausibel erachten.

Sie glauben es, weil sie sich vor Veränderungen fürchten, weil sie den Wunsch haben, es möge alles so weiter gehen, denn irgendwie sind sie ja bis hierher ganz gut durchgekommen.

Sie glauben es, weil sie gelernt haben, dass wir in einer arbeitsteiligen Welt leben, in der jeder seinen Job so gut es geht ausübt. Und da sie ihren Job ihrer Meinung nach gut machen, setzen sie das auch von den anderen voraus, ganz besonders von den Experten und dem politischen Führungspersonal. Wenn sie sich darauf nicht verlassen könnten, wären sie verlassen und müssten sich um alles selbst kümmern. Das würde sie überfordern, und man braucht ja schließlich auch noch seine Freizeit. (Für die verzichtet man notfalls auf seine Freiheit, die kann einen manchmal auch ganz schön überfordern…..).

Der Mensch und seine Lieblingspillen

Sie glauben es, weil sie über Generationen die medizinische Sichtweise übernommen haben, dass Krankheiten durch eine Bedrohung von außen entstehen, durch Eindringlinge, gegen die sich der Körper wehren muss, am sichersten durch ein von Pharma-Experten bereit gestelltes Arsenal von Waffen. Dass sie selbst durch ihre Lebensweise, durch die selbstverursachte Vergiftung ihres Organismus die Symptome herbeigeführt haben könnten, hieße ja, Fehler zugeben und etwas ändern zu müssen. Und Veränderung? Siehe oben!

Und sie glauben es, weil sie von ihrer Tradition her zum Glauben erzogen wurden. Keine Kirche lehrt die Menschen, eigene Erfahrungen zu machen. Es reicht, Rituale zu erlernen, Regeln zu befolgen, Glaubenssätze zu übernehmen. Eigene Erfahrungen wurden außerhalb der organisierten Religionen von Mystikern, von Außenseitern, gemacht. Eine einsame Angelegenheit… Ganz anders fühlt sich das an in einer Glaubensgemeinschaft. Die gibt dem Einzelnen die Geborgenheit der Herde, und die Begriffe Herde und Hirte gehören ja explizit zum Christentum!

Wenn Religion die Menschen klein macht…

Exkurs: Warum hat die in unserem Kulturkreis vorherrschende Religion ausgerechnet das Kreuz zu ihrem Symbol erwählt? Warum soll ständig durch den Anblick des Kreuzes (mit oder ohne Körper) an das finale Leiden erinnert werden und nicht an die vielen freudvollen Momente ihres Messias, der Wasser in Wein verwandelt hat? Wie kann ein Christ im Angesicht des Kreuzes ein Lächeln im Gesicht haben? Das Lächeln muss einer dem Leiden angepassten Maske weichen – vielleicht fällt deshalb vielen das Stoffmaskentragen nicht schwer… (Exkurs Ende)

Nur wer es aushalten kann, zu einer Minderheit zu gehören, keiner Autorität unhinterfragt zu folgen, sondern seinen eigenen Weg zu suchen – nur der hat auch keine Angst vor Veränderung, vor dem Neuen, dem Unbekannten. Der wird sich zwar allem Unbekannten mit einer gesunden Skepsis nähern, aber er wird sich nähern. Zum Beispiel dem Infostand einer neuen Partei. Er wird dort seiner Skepsis Ausdruck verleihen: Warum soll man überhaupt noch wählen gehen? Sollte man nicht das ganze Parteiensystem abschaffen? Wie will diese neue Partei denn verhindern, dass sie sich in den gleichen korrupten Strukturen verfängt wie alle anderen?

Bleiben wir lebendig!

Und er wird spüren, ob er mit dem Neuen in Resonanz gehen kann, oder ob sich für ihn keine Stimmigkeit einstellt. Das Zusammenspiel zwischen Kopf und Bauchgefühl wird ihm dann sagen, was er zu tun hat, denn das ist die einzige Autorität, auf die man bauen kann – und auf die Erfahrung, dass man auch mal Fehler machen kann, und dass auch das einen weiter bringen kann, wenn man daraus lernt.

Nichts ist beständig, alles ist in Bewegung, alles Leben ist Veränderung. Bleiben wir lebendig!

(Volker Freystedt)