Zeugen Coronas: buckeln, bibbern & belehren

Schickes, schönes Schaf: Wo ist die Maske, Zeuge Coronas?

Sagen wir es mit Karl Lauterbach: „Warnung!“ Die nachfolgenden Zeilen sind nicht so ernst gemeint. Eventuell mitlesende „Zeugen Coronas“ könnten sich in ihrer Sektierer-Ehre gestört fühlen. Wer Richter, Staatsanwalt und Internatsleiter in einer Person inkorporiert hat mit Scherzen nichts am Hut-geschweige denn am Aluhut. Als Kommissar Tugendwächter hat ein ordentlich ausgestatteter Zeuge Coronas den „Self Inflating-Pocket Lawyer“ stets bei sich. Liebe Zeugen Coronas: Es war, ist und wird auf dieser Seite eine Prise Ironie am Werk (sein). Juristisch: Satire, Art. 5 Abs. 3 Grundgesetz (GG). Für alle Impflinge und System-Sympathisanten gilt daher: bitte umblättern! Ahso, noch was. Wenn, um etwas Varianz in die Ausdrucksweise zu bringen, ein Zeuge Coronas im weiteren Verlauf auch als „Spritzenjünger“ oder „Gen-Derer“ bezeichnet wird, dann sind natürlich auch Frauen damit gemeint. Soweit zur Gebrauchsanleitung dieser Seite – die entstand, um einmal im Leben eine ausführliche und unzensierte Replik auf alle gesammelten Beschimpfungen zu schreiben, die man sich als „Zweifler“ so anhören muss.

Wirtschaftswunder

Wunder sind möglich, zumal in der besten Bundesrepublik seit Bestehen der Milchstraße. Wunder sind die Basis einer jeden Religion, ob wundersame Erkenntnis im Buddhismus oder Moses, der das Rote Meer teilt, im Alten Testament. Der Zeuge Coronas nimmt die Dinge in die Hand und betreut ungnädige Statistik so lange, bis sich daraus das passende Wunder ergibt. Genauer: Wirtschaftsboom soweit das Auge reicht – kapern die einen oder anderen Skeptiker diese oder jene Zahl und posten sie lauthals auf Telegram, dann tritt der coronastische Zeuge auf den Plan und passt, in diesem Falle die Zahl der Insolvenz-Neueröffnungen, so lange an, bis sich daraus Betriebs-Neugründungen ergeben. So durfte man nur in den ersten Mai-Tagen nach Wieder-Inkraftsetzen der Insolvenz-Antragspflicht ganz kurz einen Hauch Realität schnuppern mit sprunghaft steigenden Zahlen. Seither wird minimiert, was das Zeug hält. Ende Dezember werden, bei Beibehaltung des Tempos, aus 4.000 Insolvenzen runde 14.000 Betriebs-Neugründungen dank des Lockdowns statistisch belegbar sein.

Der Masken-Kult

Die Autorin Daniela Jost hat ein lesenswertes Büchlein über die Plandemie (Erste Welle-Zweite Welle-Dauerwelle) mit „Zeugen Coronas“ betitelt, in der sie den Wahnsinn der vergangenen 14 Monate chronologisch beschreibt. Ich verwende diesen Begriff, um Merkmale dieses Wahnsinns zu skizzieren, die typisch sind für die Sekte „Die Zeugen Coronas“. Ziel der Zeugen ist es, den drei Säulen der Existenz –Buckeln, Bibbern & Belehren– durch Erlangung möglichst vieler „Spikes“, also Coronapunkte, so nahe wie möglich zu kommen. Wer viele Spikes gesammelt hat fühlt sich dem Paradies innerlich verbunden, so die Lehre der Zeugen. Eine Möglichkeit, Coronapunkte zu sammeln ist der Masken-Kult, einzuordnen in der Rubrik „Buckeln“ (Substantiv!) – die „Zeugen Coronas“ ist eine klassische Diener-Religion. Nun zum Masken-Kult: das ist eine Art Voodoo für Weiße, nur dass es dabei nicht um kunstvolle, bunte Geistwesen der westafrikanischen Yoruba geht, sondern eher um ein uniformes weißes Stück Stoff: Es gilt, die aufoktroyierte Staubschutzmaske „FFP2″ in allen Lebens- und Liebeslagen über Mund, Nase und Augen zu behalten, auf dem WC sowieso, im Auto und auch bei der Zeugen-typischen Lieblings-Freizeitgestaltung wie etwa Radfahren (buckeln nach oben, treten nach unten). Ja, beim Vorbeiradeln dachte gar manches oberbayerische Weideschaf, dass da ein Kumpelchen anrollt, um mit ihm auf grünen Auen Fangsdi zu spielen – aber nein, es war nur ein „mündiges Mitglied der Informationsgesellschaft“, das, nach Luft japsend durch die schräg gerutschte Schafschnauze, an seinem Dreißig-Km/h-Schnitt arbeitete.

Mask-ulin

Die Zeugen Coronas wittern Ansteckung allüberall. Ein guter Zeuge hält sogar Gedankenübertragungen am Telefon für infektiös, es sei denn, man einigt sich mask-ulin auf Mund-Nasenschutz. Und mit den FFP geht es für den Zeugen wie bei den Klingen von Gillette, je mehr, desto besser. Es wurden erste FFP7, FFP8 und FFP 9 bereits gesichtet, jedoch nur kurzzeitig. Ferner munkelt man, es gäbe einen Zeugen-Geheimkanal, eine Art Sterillium TV mit Mund-Nasenschutz-Sendungen, Rosins Restaurants, heute: Teststäbchen perfekt gratiniert. Die Tagesschau, Jens Riwa mümmelt unterm Coronalappen, „Illner laminiert“, Talk Luftdicht Verpackt und einem Sonntags-Tatort, in dem eine achtfach geimpfte Uschi Glas als fliegende Kommissarin „Astra Zeneca“ Jagd auf den sinistren, unmaskierten Sepp Maier macht, den Ex-Torwart, der es gewagt hat, als Ungeimpfter die Werbekampagne für die „Heilige Impf-Empfängnis“ ad absurdum zu führen. Superheldin bringt Superspreader hinter Supergitter;  „Astra, schiaß em oane eina, dem Lumpn.“ Mit Ende dieses Absatzes kommen wir zum tragischen Teil, der davon berichtet, was passiert, wenn Landwirte dem Spike-Sammelfieber der „Zeugen Coronas“ verfallen. Lässt sich das Milchvieh oder das heimische Ross den MNS in Sondergröße meist noch willig überziehen, so ist es um Hennen, Enten, Gänse und weitere Nutztiere rasch geschehen, weil denen halt sehr schnell die Luft ausgeht. Spätestens jetzt sind wir beim tief-religiösen Glauben der Zeugen Coronas angekommen, sehet, sie trugen einen Mund-Nasenschutz, sie werden eingehen in das Paradeis. Doch bitte nur mit FFP2-Maske.

Heilige und Gebetsrituale

Die Zeugen Coronas sind eine multi-mediale Religion, die „Reine Lehre Seiner Heiligen Hl. Prof. Dr. Christian, Hl. Dr. med. vet Lothar und Heiliger Bank Kfm Jens“ wird via Druck, Funk und Fernsehen transmittiert, „Reine Lehre“, da um jeden Zweifel desinfiziert. Insoweit haben die Zeugen Coronas die großen Religionsstifter (z.B. Buddha, Mohammed, Jesus) deutlich überwunden, die rein auf Print bzw. mündliche Überlieferung setzten und zudem bei Verkündung ihrer Weisheiten keinerlei Mund-Nasenschutz trugen. Das Auftreten der Drei Heiligen fällt unter die Rubrik Bibbern (hier ehrfürchtig als Substantiv verwendet). Täglich ruft eine Sechston-Melodie (d-g-d-c-f-g) exakt um 20 Uhr MEZ die gläubigen Zeugen Coronas zum kollektiven Bibber-Gebet vor die keimfreien TV-Schirme und Verkündung der Reinen Lehre Seiner Heiligkeiten. Da die Zeugen Coronas eine faktennegierende Religion sind wird durch die Reine Lehre -eine Art Corona-Bingo- eher der Spieltrieb der Zeugen Coronas angesprochen, stets aber unter Aktivierung aller vorhandenen Ängste und der -für Religionen üblichen- Erlösungshoffnung durch Ablasshandel. Heiliger Bank Kfm Jens steuert täglich die Erstellung und Ziehung der täglichen Tippzahlen, die sich am minütlichen Gesamt-Angst-Niveau sämtlicher (!) Zeugen Coronas ausrichtet (ermittelt durch den YOUGOV-Angstometer). Wer als Zeuge Coronas diesen stets fließenden Zahlen so nahe wie möglich kommt darf sich extrem viele Spikes auf sein „Grünes Zeugen Coronas Konto“ buchen lassen und diese später (als sog. „Freigelassener“) einlösen, z.B. beim lange ersehnten Wodka-Komatrinken in der für Spritzenjünger wieder geöffneten Disse um die Ecke oder der Handtücher-Liegestuhljagd im Aldi-All-Inclusive auf Malle. Die Heilige Lehre aufrecht erhalten -neben den allabendlichen TV-Gebeten- auch die wöchentlich in Hamburg erscheinende „Die Biebel“ (sic!) für akademisch gebildete Zeugen Coronas, die „Süddeutsche Zeugung“ (in Münchner Mundart) oder, mit südostbayerischem Lokalkolorit, der Oberbayerische Volks Bibberer (OVB). Erwähnt werden sollte hier noch der „Kramperl“ der Zeugen Coronas, Bußprediger Karl, ein Meister der rituellen Hypnose. In muezzin-ähnlichem, doch sordino-gedämpften Singsang ruft er via Funk und Fernsehen sowie Online alle jene Zeugen Coronas zurück in ihren Bibber-Urzustand, die etwa durch Kontakt mit gefährlichen Aluhüten von der Reinen Lehre abzuweichen drohten und dadurch ihr Spike-Konto erheblich in Gefahr brachten.

Grundrechte

Der durchschnittliche Zeuge Coronas sagt, dass jeder konstatieren dürfe, dass die Impfung uns alle schütze, insoweit es Meinungsfreiheit doch gebe. Vor der Bäckerei wie dem Miedl in Endorf stünde sonntags auch eine Schlange wie auch vor der gegenüberliegenden Eisdiele an warmen Tagen, man solle sich mit dem Versammeln also nicht so scheren. Und er lade Polizei und Ordnungsamt gerne sogar zum Grillen oder Saufen und Filzen der Kontoauszüge ein, er habe schließlich nichts zu verbergen in der Wohnung. Da der durchschnittliche Zeuge Coronas neben den obigen Aussagen ferner dazu neigt, aus Fahrlässigkeit oder Unkenntnis das Wort „Politik“ am Ende mit ck zu schreiben, also Politick, und unter Grundrechten das Recht auf einen stabilen Strompreis versteht fasse ich mich an dieser Stelle knapp.

Die Heilige Impf-Empfängnis

Der Höhepunkt des Zeugenlebens ist, wie die Wallfahrt nach Mekka, die Pilgerreise ins Impf-Zentrum bzw. zum Hausarzt! Tage und Wochen vor der Heiligen Impf-Empfängnis (der „Kleine Pieks“) gleicht das Leben eines Spritzenjüngers einer turbulenten Karussellfahrt der Freuden! Kein Wunder, das Spike-Konto ist dick gefüllt (jede Belehrung eines Ungläubigen bringt allein 10 Spikes!!). Der Sangria-Eimer auf Malle, die Masseurin am Diani-Beach und die Hanteln in Mannis Fitness-Bude haben in den nächtlichen bildhaften Träumen der Zeugen Coronas in diesem Stadium miteinander eine wahre Polka getanzt; bei wohlhabenden Zeugen waren im Hintergrund dieser Monumentalfilme vom Echten Leben gar Waterbungalows am Maledivenstrand erkennbar! In Warteschlangen bei Edeka erkennt man impfreife Zeugen Coronas am inneren Trommelwirbel, dem fröhlichen Hopsen der Schafmaske auf dem Gesicht und den immer wieder scheinbar sinnlos ausgestoßenen Fanfarentönen. In langen Postings auf Facebook und Whatsapp wähnen sich die spritzensüchtigen Gen-Derer auf tütenbewehrten Feldzügen quer durch die Kaufinger Straße; ganz clevere Zeugen schaffen es gar, ihre sanften Träume vom süßen Paradeis auf Youtube hoch zu laden und dort -da auf den Traumvideos nichts als die Reine Wahre Lehre zu sehen ist- ungelöscht in die Welt hinaus ihre Freude zu strahlen.

Was bleibt?

Der Rest ist eigentlich ganz rasch erzählt. Das Rad der Reinen Lehre der Zeugen Coronas ist natürlich (wie bei vielen Religionen) rund. Kein Heiliger der Erde hat schließlich jemals gekündigt – sie sind alle noch im Amt. So auch Hl. Prof. Dr. Christian, Hl. Dr. med. vet Lothar und Heiliger Bank Kfm Jens: „Eigentlich war es doch ganz schön, so mit Pandemie, oder?“ Der Zeuge Coronas ist auch ein geordnetes Gewohnheitstier. Buckeln, Bibbern und Belehren sind durchaus freudenspendende Inhalte, die ein langweiliges Leben aufpimpen können. Da Kreise wie das Rad der Lehre es zudem an sich haben, dass sie sich dort schließen, wo alles begann, wird ein Zeuge Coronas also stets gerne nochmals eine neue Runde drehen. Und noch eine. Und noch eine. Aber das ist eine andere Geschichte. Die soll zu einem anderen Zeitpunkt erzählt werden.

Meinungsbeitrag des Web-Admin! Wolfgang Veit